Die Energiewende trifft die Wärmeversorgung - und Eigentümer stehen vor einer Kostenentscheidung
16. Januar 2026
Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern und die absehbare Stilllegung kommunaler Gasnetze bergen für Spätentscheider eine erhebliche Kostenfalle, die bislang oft unterschätzt wird.Kommunale Wärmeplanung: Entscheidungen mit Folgen bis 2045
Die Kommunen arbeiten derzeit unter Hochdruck an ihren Wärmeplänen. Für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern endet die Frist nach dem Wärmeplanungsgesetz bereits Mitte 2026. Im Rahmen dieser Planungen werden unterschiedliche Versorgungsszenarien entwickelt. Neben Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen gewinnen dabei zunehmend integrierte Nahwärmelösungen an Bedeutung - insbesondere solche, die auf Sektorenkopplung setzen.Hierbei werden Strom-, Wärme- und Erzeugungssektoren intelligent miteinander verknüpft, zum Beispiel durch:
- Photovoltaikanlagen zur kostengünstigen Stromerzeugung
- Biogasanlagen als regelbare erneuerbare Energiequelle
- (Groß-)Wärmepumpen zur effizienten Umwandlung von Strom in Wärme
- Nahwärmenetze zur lokalen Verteilung der erzeugten Wärme
Einige Kommunen prüfen zudem bereits eine Stilllegung der Gasnetze für Endverbraucher bis spätestens 2035. Die kommunale Wärmeplanung bildet damit die Grundlage für weitreichende Infrastrukturentscheidungen und dient dem übergeordneten Ziel der EU, spätestens 2045 klimaneutral zu sein.
Die eigentliche Kostenfalle: Steigende Gasnetzentgelte
Die größte finanzielle Gefahr liegt nicht im Gaspreis selbst, sondern in den Netzentgelten. Gasnetze verursachen hohe fixe Betriebskosten. Diese werden auf alle angeschlossenen Kunden umgelegt. Sinkt jedoch die Zahl der Nutzer – etwa durch den Umstieg auf Wärmepumpen, Fernwärme oder sektorgekoppelte Nahwärmelösungen - müssen die verbleibenden Kunden einen immer größeren Anteil dieser Kosten tragen.Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung kommt in einem Kurzgutachten zu einem alarmierenden Ergebnis: Die spezifischen Gasnetzentgelte für Haushalte und kleine Unternehmen könnten bis 2045 auf rund 22 Cent pro Kilowattstunde steigen. Zum Vergleich: Heute liegen die Netzentgelte für einen Gasanschluss bei etwa 2,33 ct/kWh - das entspricht nahezu einer Verzehnfachung.
Warum frühes Handeln Kosten senkt - und Zögern teuer wird
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme entstehen diese Kostensteigerungen nicht durch eine frühe Umstellung, sondern durch eine zu späte Stilllegung der Gasnetze.Beginnen Netzbetreiber zu spät mit dem Rückbau, lassen sich die fixen Betriebskosten nicht schnell genug reduzieren. Die Folge: Die finanzielle Last wird auf immer weniger verbleibende Kunden verteilt.
Laut Fraunhofer-Gutachten kann eine frühzeitige und geplante Stilllegung die langfristigen Gesamtkosten der Gasnetze um rund 20 Prozent senken. Gleichzeitig eröffnen frühzeitig realisierte sektorgekoppelte Nah- und Fernwärmekonzepte erhebliche wirtschaftliche Vorteile für Kommunen und Eigentümer.
Sektorenkopplung als Schlüssel: Strom und Wärme günstig kombinieren
Ein besonders zukunftsfähiger Ansatz der kommunalen Wärmeversorgung liegt in der Sektorenkopplung. Ziel ist es, lokal erzeugten erneuerbaren Strom möglichst effizient in Wärme umzuwandeln und flexibel zu nutzen.In der Praxis bedeutet das: Photovoltaikanlagen erzeugen tagsüber sehr günstigen Strom, Großwärmepumpen nutzen diesen Strom zur hocheffizienten Wärmeerzeugung, Biogasanlagen liefern regelbare Energie und Prozesswärme, insbesondere bei Dunkelflauten, Wärmespeicher und Nahwärmenetze sorgen für zeitliche und räumliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch. Gerade für Bestandsbiogasanlagen, deren EEG-Förderung ausläuft, eröffnet diese Verknüpfung eine neue wirtschaftliche Perspektive. Durch die Einbindung in sektorgekoppelte Wärmenetze können sie weiterhin rentabel betrieben und als stabilisierender Faktor im Energiesystem genutzt werden.
Archea New Energy: Sektorenkopplung aus Erfahrung
Archea New Energy verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in Planung, Bau und Betrieb von Biogasanlagen mit angeschlossenen Nahwärmenetzen. Dieses tiefgehende Praxiswissen bringen wir heute gezielt in sektorgekoppelte Wärme- und Energiekonzepte ein. Wir verbinden: Photovoltaik Biogas Großwärmepumpen Speicher Nah- und Fernwärmenetze zu wirtschaftlich tragfähigen Gesamtsystemen - von der kommunalen Wärmeplanung bis zur schlüsselfertigen Umsetzung und dem späteren Betrieb.Unsere klare Empfehlung: Jetzt planen, jetzt wechseln
Für Eigentümerinnen und Eigentümer wie auch für Kommunen gilt: Wer jetzt plant, senkt dauerhaft Kosten - wer wartet, zahlt später deutlich mehr. Nutzen Sie die Phase der kommunalen Wärmeplanung, um auf sektorgekoppelte, erneuerbare und wirtschaftlich stabile Lösungen zu setzen.Warten Sie nicht auf den letzten Stichtag. Gestalten Sie Ihre Wärmeversorgung jetzt.